Von Long Island nach Atlantic City

Mittwoch, 23.09.2015

Von Long Island nach Atlantic City
Atlantic City – der Lack ist ab.

Wir checken aus unserem Hotel aus und nach 3 ½ Stunden Fahrt erreichen wir Atlantic City. Stilecht übernachten wir im Caesars Atlantic City (697 Zimmer), ein großes Hotel und Casino direkt am Boardwalk. Allerdings finden wir kaum den Eingang. Die Hotelvorfahrt liegt sehr versteckt. Wir entdecken sie erst später. Nach ein paar Runden um den Block fahren wir ins Parkhaus und auch gleich wieder raus, denn die Ausschilderung ist sehr verwirrend. Zumindest können wir uns am Kassenhäuschen bei einer uralten Kassiererin erkundigen. Bezahlen müssen wir für unsere kurze Durchfahrt zum Glück nichts. Also eine weitere Runde um den Block und wieder rein ins Parkhaus. In der fünften Etage finden wir einen Parkplatz in der Nähe zum Kasinoeingang. Über zwei Fahrstühle, eine überdachte Verbindungsbrücke zwischen zwei Gebäuden und mehrere Flure erreichen wir schließlich die Lobby. Leider ist es erst 14.20 Uhr. Wer vor 15.00 Uhr das Zimmer beziehen möchte, muss eine Gebühr in Höhe von 10$ zahlen.

Wir überbrücken die Zeit mit Hotelrecherche und streunen schon ein bißchen herum, da es sich um ein sehr großes Haus handelt. Nach dem Einchecken gibt es ein paar Probleme. Erst funktionieren die Zimmerkarten nicht im Lift (wir fahren mit anderen Gästen hoch), dann funktionieren die Karten auch nicht an der Zimmertür. Steffen fährt wieder runter um neue zu holen. Inzwischen bemerke ich am Geräuschpegel, dass das Zimmer noch belegt ist. Steffen ist wieder da und die Karten funktionieren, leider hilft uns das nicht weiter, die bisherigen Bewohner sind zwar dabei auszuziehen, aber dann müßte das Zimmer ja erst noch gereinigt werden. Steffen fährt also wieder runter an die Rezeption. Wir bekommen ein neues Zimmer und als Entschädigung für den Ärger ein Upgrade auf ein besseres Zimmer in einem anderen Hotelturm. Jetzt können wir zumindest von Flur aus den Atlantik sehen und haben vom Zimmer aus den Blick über Atlantic City.

Diese Stadt ist die Antwort der Ostküste auf Las Vegas. Atlantic City war schon Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts für seine großartige Uferpromenade und seine Amüsiermeile am Meer bekannt. Grauhaarige Ruheständler und Urlauberfamilien sind hier mindestens genauso stark vertreten wie Junggesellen und Junggesellinnen. Die berühmte Uferpromenade, der Boardwalk, ist eine ca. 10 Meter breite Holzpromenade und war die erste weltweit. Sie ist fast 13 km lang und noch immer die Lebensader der Stadt.
Der Boardwalk
Nachdem Bezug unseres Zimmer geht es zum Boardwalk, der direkt vor dem Hotel liegt. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir die zwei riesigen Säle mit Automaten und Spieltischen. Der Lärmpegel ist enorm. Allerdings entfällt das Kleingeldgeklapper, wie wir es aus Kasinos in Las Vegas kennen. Inzwischen werden aufladbare Chipkarten benutzt anstatt der großen Pappbecher gefüllt mit Quartern (25 Cent Münzen). Auf dem Boardwalk vor den Kasinos ist nicht viel los. Es ist Nachsaison und unter der Woche, hauptsächlich Rentner sind unterwegs. Einige Geschäfte entlang der Promenade haben schon geschlossen. Genau wie einige große Hotelkomplexe, die nicht mehr bewirtschaftet werden. Auch die große Konzerthalle hat geschlossen. Am Strand, der direkt an den Boardwalk anschließt ist es auch ruhig.
Wer nicht laufen möchte, kann sich schieben lassen.
Wer nicht mehr laufen mag, kann sich auf dem Boardwalk fahren lassen. Das Gefährt sieht aus wie eine Fahrradrikscha ohne Fahrrad. Stattdessen ist hinten entlang der Sitzbank eine Stange befestigt. Die Fahrgäste werden geschoben, im Prinzip wie im Rollstuhl. Diese Vergnügen kostet 40$ pro Stunde. Man kann sich aber auch nur ein paar Blocks weiter fahren lassen. So langsam werden wir hungrig und entscheiden uns in einem kleinen Foodcourt für Suppe vom "Soup Man", dem berühmten "Suppennazi" aus der Serie "Seinfeld". Steffen nimmt die Chicken Noodle Soup und ich teste die Brokkoli Käse Suppe. Boa, da kann der Löffel drin stehen, so gehaltvoll ist sie. Ich brauche jedenfalls heute kein Abendessen mehr.
Am Abend finden wir dann auch den Haupteingang des Hotels.
Da es langsam dämmert, erkunden wir noch die Outlet-Mall direkt hinter unserem Hotel. Um 20.00 Uhr ist hier Feierabend und wir treten den Heimweg ins Hotel an.