New York

Donnerstag, 17.09.2015

"The city that never sleeps" – Was auch kein Wunder ist bei dem ständigen Lärm!

Wie gewohnt bin ich früh wach. Um 5.30 Uhr schnappe ich mir meinen Kindle Paperwhite. Der eingebauten Beleuchtung sei Dank muss ich nicht mehr auf dem Klo lesen während Steffen in Ruhe weiter schläft. Später stehen wir beide auf, Steffen frühstückt im Zimmer sein USA Standardfrühstück (Weißbrot mit Nutella), ich gehe ins Restaurant und treffe auf die üblichen Verdächtigen.

Gegen 9.30 Uhr starten wir Richtung Ground Zero. Nach einem kleinen Rundgang durch das Century 21 Kaufhaus geht es zum One World Trade Center.

Das One World Trade Center, abgekürzt 1 WTC (bis März 2009 "Freedom Tower"), ist ein Wolkenkratzer, der zwischen 2006 und 2014 auf der auch als Ground Zero bekannten World Trade Center Site an der Stelle des am 11. September 2001 bei Terroranschlägen zerstörten World Trade Centers errichtet wurde. Das 541,3 Meter hohe Gebäude ist das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten sowie das vierthöchste der Welt. Die Aussichtsetage sowie das Restaurant in den obersten Etagen wurden Ende Mai 2015 eröffnet.

Wir wollen heute auf die Aussichtsplattform. Wir haben Glück, es gibt keine Warteschlange. Wir kaufen zwei Tickets, durchlaufen die üblichen Sicherheitskontrollen und der Lift (Sky Pod) bringt uns in weniger als 60 Sekunden zur One World Observatory, die sich über die Stockwerke 100 bis 102 erstreckt. Der "Sky Pod" bietet einen virtuellen Zeitraffer. Die Wände des Fahrstuhls werden zur Leinwand. Wir erleben, wie New York City sich über die Jahrhunderte verändert hat.

Oben angekommen haben wir Zugang zu allen drei Observatory-Stockwerken. Man beginnt im 102. Stockwerk. Dort erwarten einen die Verkäufer von Audio Guides. Einen Stock tiefer sammeln sich die Besucher vor einer großen Leinwand. Wir schauen ein Video über die Entstehung des 540 Meter hohen Wolkenkratzers an, danach verschwindet die "Leinwand" und wir blicken aus den Panoramafenstern dahinter, um einen einmaligen Ausblick auf New York City zu erleben. An klaren Tagen kann man 80 km weit sehen. Heute ist es auch toll, aber die 80 km schaffen wir nicht.

Neben dem tollen Blick gibt es noch andere Angebote auf dem Main Observatory im 100. Stock. Auf einer 4 Meter breiten Scheibe im Boden gibt es Ausblicke auf die Echtzeit-HD-Bildaufnahmen von Manhattans Straßen. Außerdem die City Pulse, ein interaktives Erlebnis, das Besucher mit den New Yorker Wahrzeichen und Wohnvierteln bekannt macht. Natürlich gibt es auch einen großen Andenkenladen und ein Bistro, dass kleine Snacks anbietet.

Die Freiheitsstatue vom One World Trade Center aus gesehen
Als wir uns sattgesehen haben fahren wir mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Diesmal gaukeln uns die Wände des Lifts vor, wir würden das Gebäude verlassen und das One World Trade Center beim Abstieg umkreisen. Wem dabei blümerant wird, der macht einfach die Augen zu.
Blick auf Manhattan
Nachdem wir das One World Trade Center wieder verlassen haben laufen wir Richtung Hudson River. Mittagessen gibt es dort im gehobenen Food Court "Hudson Eats". Steffen hat Rippchen von Mighty Quinns BBQ, ich ein Sandwich. Vom Essen haben wir uns aber beide mehr versprochen.

Wir laufen am Wasser entlang und umrunden die Spitze Manhattans. Es sind 30 °C und die Wärme macht uns zu schaffen. Überall stehen mobile Eßstände und Foodcarts. Aber wo ist die Eisbude, wenn man sie braucht? Wir machen eine Pause im Elevated Acre (der Garten einer Hochhausanlage, den man über eine Rolltreppe erreicht). Wir haben Wind und Schatten. Leider ist es sehr laut, da man direkt auf den Heliport am East River schaut. Der Krach vertreibt uns und wir ziehen weiter. Endlich sichte ich einen Softeis Verkaufswagen. Da mir das Softeis hier in guter Erinnerung ist, bestelle ich eine Waffel mit Eis und Erdbeersauce. Der Preis haut mich dann aber um: 10$. So ist das, wenn nebenan die Wall Street ist. Kaum das ich bezahlt habe, bekommt der Fahrer des Eiswagens ein Knöllchen, jedoch nicht wegen Wegelagerei, sondern weil er da nicht parken durfte. Aber sowohl das Eis, die Waffel und die Sauce waren sehr lecker. Das hat mich dann wieder versöhnt.

Wir kommen auch am neuen SeaGlass Carousel vorbei. Das Karussell in Gestalt einer Meeresschnecke aus Glas und Stahl, mit 30 beleuchteten Fischen im Inneren, ist einzigartig. Der Entwurf stammt von WXY Architecture + Urban Design und erinnert daran, dass sich hier einmal das New York Aquarium befand. Besucher reiten jedoch nicht auf den Fischen, sondern werden selbst zu Fischen, indem sie im Inneren Platz nehmen und mit entsprechenden Bildern und Geräuschen durch eine Meereswelt gleiten. Das hört sich toll an, die Realität hat uns aber nicht überzeugt, so daß wir darauf verzichten 5$ für eine Fahrt zu investieren. Außerdem war es ziemlich laut. Im Karussell hielten sich einige Kinder die Ohren zu. Vielleicht wirkt das Ganze auch anders, wenn es draußen dunkel ist.
Das SeaGlass Carousel
Wir landen zufällig in der Stone Street, die ein Historic District mit vielen alten Häusern ist, in dem hauptsächlich Kneipen und Restaurants angesiedelt sind. Die Straße ist generell für den Autoverkehr gesperrt und heute für das Oktoberfest geschmückt.
In der Stone Street wird Oktoberfest gefeiert
Gegen 16.30 Uhr sind wir am Union Square und schauen uns den Kult Buchladen "Strand" an. Leider ist mir immer noch ein bißchen gammelig, so daß ich mich nicht so richtig begeistern kann. Mit der U-Bahn fahren wir danach zum Bryant Park. Steffen kauft sich ein Sandwich zum Abendessen. Mir reichen zwei Kekse und ein Wasser. Um 19.00 Uhr beginnt unser erstes Musical: "Beautiful". Es handelt sich um die Geschichte von Carole King (geboren am 9. Februar 1942 in Manhattan, New York), einer US-amerikanischen Sängerin, Songschreiberin und Pianistin. Sie ist eine der erfolgreichsten Songschreiberinnen der Rock- und Popmusik. Mehr als 100 ihrer Songs waren in den Top 100 der US-amerikanischen Billboard-Single-Charts vertreten. Das Musical ist toll und wir sind überrascht, wie viele uns bekannte Songs von ihr geschrieben wurden.

Nach der Show sitzen wir noch ein bißchen auf dem Times Square auf der roten Treppe und sehen uns den Trubel an. Die Anzahl der Menschen in Disney Kostümen und anderen Outfits ist ziemlich angestiegen. Sie hoffen auf Trinkgeld, wenn die Touristen sich mit ihnen fotografieren lassen. Neu sind vor allem Minions und Figuren aus den Marvel Comics. Besonders Bane aus "The Dark Knight Rises" ist oft dabei. Am besten läuft das Geschäft wohl bei den Nudistas. Frauen, die nur mit Slip, High Heels und Körperbemalung (meist Stars & Stripes) "bekleidet" sind.

Inzwischen sind wir ziemlich müde und machen uns auf den Heimweg. Um 22.30 Uhr sind wir im Bett.